SVP-Damen: So viele und so stark wie lange nicht!

SVP-Damen: So viele und so stark wie lange nicht!
Am Alles-ist-möglich-Sonntag gelang es den Damen des SV Pullach Handball tatsächlich fast, das Unmögliche möglich zu machen. In einem packenden Spiel auf Augenhöhe gegen den Tabellenzweiten TSV Gilching war es am Ende vor allem die Abgebrühtheit des starken Gegners, an der die Isartalerinnen scheiterten. Mit einem Endergebnis von 22:26 steht nun die nächste Niederlage in Pullachs Bilanz.
So einiges war an diesem Spieltag ungewöhnlich für die Damen des SV Pullach Handball: Angefangen von der ungewohnten Heimspielzeit am Sonntag, über eine volle Bank, bis hin zu einem rollenden Trainer, der aufgrund seines Rollstuhls die Halbzeitansprache mal eben in den Geräteraum statt in die Kabine verlegte. Dass die Abwehr der Pullacherinnen wie ein Bollwerk steht, ist allerdings ein gewohntes Bild. Dies bekamen die Gilchingerinnen schnell zu spüren, denn sie schafften es nicht, sich einen Vorsprung aufzubauen. Den Isartalerinnen gelang es im Gegenzug im Angriff öfter als sonst, den Ball einzunetzen und dadurch immer wieder bis zum 5:5 in der 12. Minute auszugleichen und sogar in Führung zu gehen. Nun lag es an den Gegnerinnen nachzuziehen. Besonders Pullachs Abwehr zeigte sich an diesem Sonntag ebenbürtig und sorgte für einen kleinen Sensationsvorsprung von drei Toren zum 9:6 (22. Minute). Die Schlussphase vor dem Pausenpfiff machte dann doch deutlich, dass die Damen des TSV Gilching zurecht als heiße Aufstiegskandidatinnen gehandelt werden: Vergebene Chancen von Pullach nutzten sie schonungslos und holten sich bis zur Pause den Ausgleich zu einem 10:10-Halbzeitstand.
Auch wenn der ganz in schwarz gekleidete Coach Fabian Esterl-Gross in seinem Rollstuhl stark an einen Filmbösewicht erinnerte, fand er in seiner Ansprache überwiegend positive Worte für die herausragende Leistung seiner Mannschaft – einzig den Nachläufer sollten die Gastgeberinnen nun noch besser unter Kontrolle bringen und sich weiter die Würfe nehmen. „Es sind nicht die Tore, die wir nicht machen, sondern die Würfe, die wir uns nicht nehmen, die uns den Vorsprung genommen haben!“, philosophierte er.
Gilching erwischte allerdings den besseren Start in die zweite Hälfte, oder anders gesagt: Die Pullacherinnen brauchten ein paar Minuten länger, um zurück ins Spiel zu finden. Eine angezündete Laura Horak brachte mit drei Treffern in zwei Minuten nicht nur das Feuer, sondern auch die Führung der SVP-Damen zurück (14:13, 38. Minute). Auf die Defensive färbte dies nicht ab und der Abwehrverbund verhinderte weiterhin eiskalt die Gilchinger Torchancen, sodass es 17 Minuten vor Ende sogar gelang, sich erneut eine 3-Tore-Führung zu erarbeiten. In diesem kleinen Rausch zeigte Nici Untch, dass es den Panenka-Trick auch beim Handball gibt, indem sie einen Wurf von rechts außen mit einem cleveren Lupfer über die Torhüterin hinweg ins Netz beförderte. Eine doppelte Unterzahl der Hausherrinnen brachte Gilching dann jedoch wieder auf ein Tor heran. Plötzlich breitete sich eine Nervosität in der Pullacher Mannschaft aus, die sich durch kleine Leichtsinnsfehler im Angriff bemerkbar machte. In diesen Situationen agierte Gilching abgezockt, indem sie dies gnadenlos nutzten, um das Momentum auf ihre Seite zu ziehen. So viel Wille die Isartalerinnen bis zum Schluss auch aufbrachten, der Ball wollte einfach nicht mehr mitziehen. All der Ehrgeiz und Mut reichte daher am Ende nicht zum überraschenden Underdog-Sieg, sondern nur für ein 22:26-Endergebnis.
Langsam wird es duster für die Pullacherinnen beim Blick auf die Tabelle und das, obwohl der Frühling nun langsam Fahrt aufnimmt. Gegen das Tabellenschlusslicht TSV Schongau ist nichts anderes als ein Sieg im nächsten Spiel am Samstag, 16:00 Uhr, dementsprechend Pflicht.
Es spielten: Sandra Jocham, Lena Horak (beide Tor), Laura Horak (6), Katrin Wagner (3), Lena Kanis (3), Marie Kurschewitz (2), Sibylle Block (2), Nici Untch (2/1), Evi Nowotny (1), Teresa Mangold (1), Anna Opacak (1), Franzi Kilchert (1), Lucie Schimetat, Antonella Pommella.