Kein Spiel für schwache Trainernerven

SV Pullach wC schlägt HSG München Süd auswärts
Es war kein Spiel für die ganz großen Glanzlichter, sondern eines für Haltung, Geduld und Teamgeist. Die weibliche C-Jugend des SV Pullach gewann ihr Auswärtsspiel bei der HSG München Süd deutlich mit 26:9 und verteidigte damit souverän die Tabellenführung. Nach dem nur unentschiedenen Hinspiel war klar: Dieser Sieg musste her, um Platz 1 nicht zu gefährden.
Im Vergleich zu den starken Auftritten gegen Eichenau und Murnau (Tabellenplatz 2 und 3) war es jedoch ein Spiel mit deutlich mehr Ecken und Kanten. Technische Fehler, fehlende letzte Konsequenz im Abschluss und ein stockender Spielfluss begleiteten Pullach über weite Strecken. Der Sieg war zwar nie ernsthaft gefährdet, verlangte aber Geduld – und Spielerinnen, die bereit waren, Verantwortung zu übernehmen, auch ohne selbst im Rampenlicht zu stehen.
So ließ der SV Pullach defensiv wenig zu, kämpfte sich mit Einzelaktionen durch und setzte sich bis zur Halbzeit kontinuierlich ab. Mit einer 5:11-Führung ging es in die Kabine – solide, aber noch nicht das Niveau, das die Mannschaft in den vergangenen Spitzenspielen gezeigt hatte.
Ein besonderer Fokus lag auf der Torhüterposition: Mila musste früher als geplant aus ihrer Verletzungspause zurückkehren, nachdem Marie aufgrund eines heftigen Infekts kurzfristig (schmerzlich vermisst) absagen musste. Mila zeigte jedoch von der ersten Minute an, wie wertvoll sie für das Team ist. Mit mehreren starken Paraden und guter Übersicht im Spielaufbau konnte sie einige Unsicherheiten in der Abwehr kompensieren und sorgte für die nötige Ruhe von hinten.
Auch im zweiten Durchgang blieb das Spielbild ähnlich: Pullach war klar überlegen, ließ die Gastgeberinnen kaum zur Entfaltung kommen, schaffte es aber nicht immer, diese Überlegenheit konsequent und sauber auszuspielen. Dennoch wuchs der Vorsprung Tor um Tor an, ohne dass der Sieg jemals ernsthaft in Gefahr geriet.
Ein weiteres Highlight aus Pullacher Sicht: Lina feierte ihren ersten Einsatz in der höheren Altersklasse. Die Mannschaft nahm sie hervorragend auf, unterstützte sie auf und neben dem Feld und freute sich sichtbar über ihren mutigen Schritt – ein schönes Zeichen für den starken Teamgeist.
Am Ende steht ein ungefährdeter und souveräner Auswärtssieg, der auf dem Papier sehr deutlich ausfällt, dem Trainerteam jedoch aufgrund der vielen kleinen Ungenauigkeiten ein paar graue Haare mehr beschert haben dürfte. Für die Mädels selbst ist klar: Die Leistung war nicht perfekt, aber das Ergebnis stimmt.
Und genau das zählt im Kampf um die Spitze. Die Mannschaft weiß, dass sie dranbleiben muss und will, um Tabellenplatz 1 auch über die restliche Saison hinweg zu verteidigen.