Absolutes Tohuwabohu – und dennoch ein Sieg

Am 22. Februar ging es für den SV Pullach auswärts nach Schwabing. Mit gerade einmal elf Spielerinnen im Gepäck – also quasi Maximalbesetzung plus gute Laune – traten die Pullacherinnen an. Am Ende stand ein deutliches 34:22 auf der Anzeigetafel. Klingt souverän? War es… sagen wir… phasenweise. 😉
Chaos und klare Ansage
Die erste Halbzeit begann so, wie man sich einen Samstagabend auf dem Oktoberfest vorstellt – laut, unkoordiniert und mit fragwürdigen Entscheidungen. In Abwehr wie Angriff herrschte gepflegtes Durcheinander. Fehlwürfe reihten sich an Fehlwürfe, Pässe landeten irgendwo – nur nicht immer bei der Mitspielerin.
Beim Stand von 6:8 hatte Trainerin Sandra dann endgültig genug. Die Auszeit-Ansage? Kurz, prägnant und von beeindruckender Ehrlichkeit:
„Ihr spielt mega scheiße!“
Manchmal braucht es eben klare Worte – Diplomatie ist was für Elternabende.
Von der Stehparty zur Bewegungskunst
Und siehe da: Langsam kamen die Pullacherinnen aus den Puschen. Bis zur Halbzeit arbeiteten sie sich auf 12:16 vor.
Vor allem Würfe von rechts außen durch Julie Wiedemann und Sara Stuke auf der Mitte brachten Schwung in die zuvor eher statische Angriffsformation – man hätte sie stellenweise auch als „Stehparty mit Ball“ bezeichnen können. Auf Halb sorgte Anna Opacak mit druckvollen Abschlüssen dafür, dass das Spiel endlich nach Handball aussah – und nicht nach Improvisationstheater.
In der Kabine folgte die zweite, nicht minder berechtigte Motivationsrede von Sandra:
„Spielt nicht so ein Kack, sondern Handball!“
Pädagogisch wertvoll? Vielleicht nicht. Effektiv? Definitiv.
Zweite Halbzeit: Aha, es geht doch!
Mit neu geschöpfter Motivation starteten die Pullacherinnen in Durchgang zwei – und plötzlich war da Bewegung! Schnelle Pässe, clevere Laufwege und schöne Anspiele an den Kreis.
Vor allem Teresa Mangold glänzte mit starken Aktionen vom Kreis. Zusätzlich zeigte sie im Mittelblock, dass sie nicht nur Tore werfen, sondern auch ordentlich zupacken kann – natürlich regelkonform… meistens. 😇
Amelie Laar und Sophia Dorn überzeugten mit einer phänomenalen Abwehrleistung. Da wurde verschoben, geholfen, geblockt – Schwabing rannte sich ein ums andere Mal fest.
Im Tor kam Lena Horak in der zweiten Halbzeit regelmäßig den Bällen der Gegnerinnen in die Quere – sehr zum Leidwesen derselben. Man munkelt, sie habe eine unsichtbare Wand aufgebaut.
7-Meter, Nerven & ein kleiner Ausflug in den Fußball
Nele Bischof und Luna Osman zogen immer wieder konsequent zum Tor und holten wichtige 7-Meter heraus – penetrant, mutig, effektiv.
Das Highlight des Spiels? Ganz klar: Lilith Heins und ihre 7-Meter-Show.
2 von 4 fanden den Weg ins Netz – einer landete am Fuß der Torhüterin, woraufhin Lilith reflexartig versuchte, den Ball mit dem Fuß hochzulupfen. Für einen kurzen Moment dachte man, wir seien beim Fußball gelandet. Multitalent? Vielleicht. Regeltechnisch ausbaufähig? Eventuell. 😂
Auch Frieda Lindenmaier bewies mit starken Würfen von außen ihr Können und setzte wichtige Akzente.
Fazit: Katastrophal und dennoch ein Sieg
Abschließend lässt sich sagen:
Die erste Halbzeit war… nennen wir es kreativ-chaotisch. Die zweite Halbzeit zeigte jedoch deutlich, was in den Pullacherinnen steckt. Kampfgeist, Teamzusammenhalt und die Fähigkeit, selbst aus einem Handball-Kuddelmuddel noch einen klaren Sieg zu machen.
Endstand: 22:34 für den SV Pullach.
Zwei Punkte eingetütet – trotz zwischenzeitlichem Tohuwabohu.
Wir freuen uns über eure Unterstützung am 1.3 um 14 Uhr daheim! 🐦⬛🖤💛
Es spielten: Teresa Mangold (2), Luna Osman (1), Opacak Anna (11), Sophia Dorn, Sara Stuke (4), Amelie Laar (1), Frieda Lindenmaier (1), Lilith Heins (2), Julie Wiedemann (11), Nele Bischof (1) und Lena Horak (Tor)
Geschrieben Julie Wiedemann