Mit Moral zum überraschend Punktgewinn

Was für ein Spiel der weiblichen B-Jugend des SV Pullach. Gegen den Tabellenzweiten VfL Günzburg entwickelte sich ein intensives, temporeiches Duell, in dem Pullach über weite Strecken zeigte, was in diesem Team steckt. Trotz dünnem Kader reisten die Gäste mit viel Qualität an und wurden von Anfang an nicht unterschätzt. Pullach konnte dabei erfreulicherweise auf breite Unterstützung aus der C-Jugend bauen.
Von Beginn an war zu sehen, dass sich das Training der letzten Wochen ausgezahlt hat. Im Angriff wurde deutlich besser Druck auf die Lücken gemacht, wodurch immer wieder gute Chancen herausgespielt wurden. Gleichzeitig blieb ein Wermutstropfen: Zu viele Abpraller konnten in der Abwehr nicht gesichert werden, wodurch Günzburg mehrfach im Spiel gehalten wurde.
Ein besonderes Highlight war die Rückkehr von Diana ins Tor, die nach fast einem Jahr Pause endlich wieder zwischen den Pfosten stand und der Mannschaft sichtbar Sicherheit gab.
Im Angriff erwischte Sara einen echten Mega-Tag und übernahm immer wieder Verantwortung. Stark präsentierte sich auch Amelie am Kreis, die trotz eines Infekts in den Tagen zuvor großen Einsatz zeigte und mit fünf Treffern zweitbeste Pullacher Torschützin wurde. Dennoch gelang es insgesamt zu selten, auch die Außenspielerinnen konsequent einzubinden – hier wird weiter intensiv gearbeitet werden.
Zur Pause blieb Pullach beim 16:17 absolut auf Tuchfühlung.
Die zweite Halbzeit begann diesmal genau so, wie man es sich vorgenommen hatte: konzentriert, wach und mutig. In der 31. Minute belohnte sich Pullach mit einer Vier-Tore-Führung (23:19) und hatte das Spiel eigentlich gut im Griff. Doch dann wurde es hektisch. Technische Fehler und vor allem zwei Zeitstrafen in der 32. Minute brachten Günzburg zurück ins Spiel und erhöhten den Druck spürbar.
Zwar kämpfte sich Pullach noch einmal zu einem Vorsprung, doch eine weitere Zwei-Minuten-Strafe in der 40. Minute sorgte für einen Bruch im Spiel. Dazu kam noch, dass klare Chancen leider nicht konsequent genutzt wurden und plötzlich lag man in der letzten Minute wieder mit einem Tor hinten.
Die Mannschaft bewies jedoch Moral: in den letzten Sekunden wurde noch einmal alle Kraft zusammengenommen und gekämpft. Prompt und mit Ablauf der Spielzeit bekam Pullach noch einen Siebenmeter zugesprochen. Sara übernahm Verantwortung, blieb eiskalt und verwandelte nervenstark zum verdienten 31:31-Ausgleich.
Am Ende fühlt sich der Punkt ein wenig zu wenig an – ein Sieg wäre absolut drin und auch verdient gewesen. Trotzdem hat dieses Spiel eindrucksvoll gezeigt, wie viel Potenzial in der Mannschaft steckt. Wenn künftig noch mehr Positionen konstant Torgefahr ausstrahlen, die Variabilität im Angriff weiter wächst und die Abwehr noch schneller auf den Beinen ist, kann dieses Team zukünftig noch einiges erreichen.